Sprühgetrocknetes Schweineplasma für Ferkelleistung und -gesundheit wirklich unverzichtbar?

Das zunehmende globale Bewusstsein bezüglich des Einsatzes von Antibiotika bei der Ferkelhaltung eröffnet umfangreiche Möglichkeiten. Diese beziehen sich nicht nur auf neue und innovative Inhaltsstoffe, sondern auch auf sprühgetrocknetes Schweineplasma oder SDPP. Auf dem Markt sind SDPP seit langer Zeit erhältlich. Das Interesse daran nimmt wieder zu, nachdem diese aufgrund der BSE-Krise (verursacht durch Bovine Spongiforme Enzephalopathie) in den 1990er Jahren als Inhaltsstoff für Tierfutter nicht mehr zum Einsatz kamen. Damals waren die Tierbestände der (Wiederkäuer-) Agrarwirtschaft besonders stark betroffen. Sind die ständige Erinnerung daran und das Misstrauen noch immer angemessen?

Vorteile und Nachteile

Die aktuellen Prioritäten machen dies zu einer schwierigen Entscheidung. Auf der einen Seite treten Nachhaltigkeit und das Kreislaufprinzip weiter in den Vordergrund. Gleichzeitig stehen Zoonosen und die Prävention von Krankheiten im Tierbestand und beim Menschen aktuell ganz oben auf der Tagesordnung.

SDPP stellt wahrscheinlich eines der besten Beispiele für Inhaltsstoffe dar, die zugleich herausragende Nährstoffgehalte und optimale Wirkung für das Kreislaufprinzip bieten. Es enthält ein hochverdauliches Protein mit perfektem Aminosäurenprofil. Bei ordnungsgemäßem Einsatz stellt es eine herausragende Quelle für Immunoglobuline und andere biologisch aktive Komponenten zur Verbesserung der Gesundheit dar, indem die intestinale Permeabilität verbessert und die Immunantwort moduliert wird. SDPP ist zudem äußerst schmackhaft, was einen wichtigen Vorteil für die Ferkelleistung und -gesundheit darstellt. Diese drei Eigenschaften passen hervorragend zu der Entwicklung in den ersten Lebensstadien, zur Seuchenbekämpfung und der Reduzierung von Antibiotika.

Dennoch ist nicht alles so ideal, wie es scheint, was sich vor allem an den strengen Rechtsvorschriften zum Einsatz von SDPP zeigt: Futtermühlen, die SDPP verwenden, dürfen nur Tierfutter für Nicht-Wiederkäufer produzieren, der Transport des Tierfutters darf nicht mit Tierfuttern für Wiederkäuer kombiniert werden, und die Verwendung muss eindeutig auf dem Etikett angegeben werden und ist in Betrieben mit gemischter Tierhaltung verboten. Die Kombination all dieser Faktoren führt zu Einschränkungen bei der Betriebsführung. Zweitens trat vor einigen Jahren das Misstrauen bezüglich Übertragung von Krankheiten wieder in den Vordergrund. Unabhängig davon, ob dies begründet ist, ist SDPP nach dem Auftreten von PEDV (Porzines Epidemische-Diarrhoe-Virus) vor einigen Jahren und aktuell von ASP (Afrikanische Schweinepest), die die Schweineindustrie schwer getroffen haben, nur noch schwer zu verteidigen. Drittens stellt SDPP in effektiven Dosierungen bei der Formulierung einen kostentreibenden Faktor dar. Zudem lässt sich der bekannte Effekt des „Plasma-Rückgangs“ beobachten. Beim Einstellen der Verwendung von Plasma sinkt die Futteraufnahme der Ferkel, wodurch diese ihren Vorsprung verlieren und bei dem gleichen Endgewicht wie Ferkel ohne SDPP-Fütterung landen.

Mit oder ohne?

Das Misstrauen gegenüber SDPP ist nicht angebracht, aber Futterberater müssen bei der Analyse einer spezifischen Situation stets nach einem ausgewogenen Verhältnis von Vor- und Nachteilen streben. Das Ersetzen von SDPP in Ferkelrationen bei Erreichen derselben Ferkelleistung erfordert einen spezifischen Ansatz. Aktuelle praktische Untersuchungen haben gezeigt, dass eine optimale Vorbereitung der jungen Ferkel auf deren Gesundheit und hohe Leistung nach dem Absetzen ohne den Einsatz von sprühgetrocknetem Schweineplasma möglich ist.

Ihr Earlyfeed-Experte
Bart Matton
Nutrition technologist

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